TV St. Johann, Basel
dr Verein im Quartier
, Marianne

Heimspiel gegen Münchenstein Damen 1

und anschliessende Weihnachtsfeier

Schon im Vorfeld war klar, dass dieses Spiel anspruchsvoll werden würde. Die beiden Aufsteiger aus der 4. Liga präsentieren sich in dieser Saison bemerkenswert stark – und Münchenstein hatte uns bereits am Therwil-Turnier sehr gut studiert. Beim Donnerstags­training zeigte sich zudem, dass unser Punktwille und unsere Konzentration nicht da waren, wo sie sein sollten; es harzte, und entsprechend starteten wir am Samstag nicht mit dem nötigen Fokus in den Spieltag.

Auch organisatorisch lief es nicht ganz rund: Das Netz bereitete einige Mühe, das Anziehseil riss, und das vorherige Spiel in der Vogesenhalle dauerte länger als geplant – weshalb Lea und Aline, die für das Schreiben eingeteilt waren, deutlich später zum Aufwärmen stiessen. Sara war zum Glück anwesend und konnte wertvolle Inputs geben, musste aber wegen ihrer Verletzung selbstverständlich geschont werden. Unsere Physio und Co-Trainerin Jase traf erst im vierten Satz ein.

Satz 1 – Fehlstart und Rettung durch den Doppelwechsel

Der erste Satz begann entsprechend schleppend. Wir agierten zu locker, zu wenig konsequent und ohne klaren Fokus. Münchenstein hingegen spielte mutig, schnell und sehr konzentriert – und nutzte jede Unaufmerksamkeit gnadenlos aus. Der Rückstand wuchs bis auf 8:17 an, unsere Auszeiten waren bereits weg, und es drohte ein Debakel.

Erst der Doppelwechsel brachte die dringend benötigte Stabilität. Plötzlich beruhigte sich die Annahme, unser Spiel wurde strukturierter, und wir punkteten wieder. Die Aufholjagd kam zwar spät, aber sie zeigte Wirkung: Wir kämpften uns tatsächlich noch bis auf 23:25 heran. Der Satzverlust war bitter – aber er war ein kleiner Befreiungsschlag, denn er zeigte, dass wir ins Spiel finden konnten.

Satz 2 – gute Momente, aber nicht zu Ende gespielt

Im zweiten Satz starteten wir besser, doch wir schafften es erneut nicht, die Konzentration über längere Phasen zu halten. Das Feuer war zeitweise zu spüren, aber der Fokus blieb nicht konstant genug. Es war nicht so, dass wir nicht wollten – aber unser Hauptaugenmerk lag einfach nicht dauerhaft dort, wo es hätte sein müssen. Münchenstein hingegen spielte weiterhin abgeklärt und setzte uns mit stabilen Services unter Druck.

Satz 3 – endlich ein verdienter Lohn

Der dritte Satz zeigte wieder deutlich, wozu wir in der Lage sind. Mehr Präzision, mehr Wille, mehr Taktik. Auch die Abstimmung im Dia–Aussen-Wechsel funktionierte zunehmend besser. Mit 25:23 holten wir uns den Satz, knapp, aber verdient, und zeigten endlich unser eigenes Spielbild.

Satz 4 – kurze Führung, dann entglitten die Punkte

Im vierten Satz gingen wir zunächst in Führung, hatten gute Aktionen und wirkten erneut stabil. Doch dann verloren wir den Zugriff, und die Punkte glitten uns weg. Die Gegnerinnen zogen konsequent durch, wir verloren wieder den roten Faden – und damit auch das Spiel.

Ehrliche Worte nach dem Spiel – und trotzdem viel Positives

Nach einem solchen Spiel ist es nicht einfach, sofort die richtigen Worte zu finden – zu nah sind die Eindrücke, zu präsent die Situationen, in denen wir das Spiel hätten drehen können. Dennoch ist es wichtig, offen und ehrlich die Schwachpunkte, aber die Stärken zu zeigen. Es ging darum, das Erlebte einzuordnen: Es gibt Tage, an denen der Fokus nicht hält, an denen wir den eigenen Rhythmus nicht finden – und das gehört ganz selbstverständlich zum Sport dazu.

Trotzdem sollte genau an so einem Abend sichtbar bleiben, was wir als Team auf den Platz bringen konnten. Lea zeigte nach kaum vorhandener Einspielzeit eine beeindruckende Stabilität. Aline reagierte schnell und präzise auf taktische Anpassungen und brachte Ruhe ins Spiel. Océane fand sich im Dia–Aussen-Wechsel immer besser zurecht und macht dort wichtige Punkte. Andrea, trotz Erkältung unter der Woche, war konstant und trug entscheidend zur Stabilisierung bei. Laura setzte einen überraschenden Block, ein klares Zeichen ihrer Entwicklung . Und Sotia, trotzdem sie vor dem Spiel arbeitete und wussnte, dass sie auch nach dem Spiel arbeitet, brachte die nötige Konstanz und Präsenz aufs Feld.

Diese Leistungen machen deutlich, dass wir viel mehr mitgenommen haben als nur das Resultat. Dieses Spiel hat uns gezeigt, woran wir arbeiten müssen – und gleichzeitig, dass wir als Team weiter zusammenwachsen. Fehler analysieren, Positives mitnehmen und den Fokus auf das nächste Spiel richten: Genau dort geht der Weg weiter und die nächsten starken Gegnerinnen warten nämlich schon.

Weihnachtsfeier – Stimmung zurückgefunden

Nach dem Spiel ging es weiter zu unserer Weihnachtsfeier. Für einige brauchte es einen Moment, bis die Stimmung wieder da war – für mich übrigens auch. Doch auf der St. Johannsfähre beim Käsefondue, gemeinsam mit dem ganzen Team, kam die gute Laune schnell zurück. Endlich einmal Zeit, sich ausserhalb des Feldes auszutauschen und die Menschen hinter dem Team besser kennenzulernen.

Der Abend endete mit einem eisigen Spaziergang zur Gin Bar „Barfly“, wo wir Sotia noch bei der Arbeit bewundern konnten – ein schöner Abschluss für einen anstrengenden, intensiven, aber letztendlich sehr verbindenden Volleyballtag.

Es spielten: Laura, Lea, Fabienne, Jeanine, Lilla, Aline, Andrea, Océane, Martina, Sotia

Coach: Marianne / Co-Trainerin: Sara

Physio: Jase