Befreiungsschlag kurz vor Weihnachten
Nach mehreren Niederlagen in Folge – und leider auch zwei Spielen in Folge ohne Training stand für uns bereits das dritte Spiel innerhalb kurzer Zeit an. Und dies ausgerechnet kurz vor Weihnachten, auswärts gegen Bubendorf.
Nicht wenige fragten sich: Wer setzt bitte ein Spiel so kurz vor Weihnachten an?
Die ehrliche Antwort: Wir hatten kaum eine Wahl. Da wir auf die Terminvorschläge der Gegnerinnen angewiesen sind und Bubendorf wenig Spielraum bieten konnte, machten wir uns bei schönstem Winterwetter dennoch auf den Weg.
Der erste Schock folgte allerdings noch vor dem Einspielen: Um 13:06 Uhr bemerkte Lilla, dass sie ihre Volleyballschuhe und Knieschoner vergessen hatte. Rückfahrt nach Hause nicht mehr möglich, denn um 14 Uhr sollte das Spiel starten. Die Aufregung war entsprechend gross – zumal sie mental bereits bei der anschliessenden Heimreise nach Ungarn zu ihrer Familie war, für die sie ihren Zeitplan extra dem Spiel angepasst hatte. Umso schöner, wie das Team in diesem Moment zusammenstand: Andrea lieh ihr dicke Socken und brachte zusätzlich einen Tapeverband an, Marianne stellte ihre Knieschoner zur Verfügung und spielte die kurzen Sequenzen selbst ohne – nach dem Motto: lieber Marianne ohne Schoner als Lilla, die deutlich mehr Einsatzzeit hatte. Und als wäre es so geplant gewesen, hatte Sara zufällig noch ein Paar Volleyballschuhe im Kofferraum. Rettung in letzter Minute – Teamgeist pur.
Die Ausgangslage war alles andere als einfach. Wir reisten stark dezimiert an: Jase fehlt weiterhin verletzungsbedingt (Kreuzbandriss und aktuell im Spital), zudem mussten wir auf Martina, Sotia, Aline und Thea verzichten. Entsprechend hatten wir kaum Wechseloptionen.
Der Schiedsrichter leitete die Partie wie gewohnt ruhig, fair und kompetent. Er machte uns zudem auf einige formale Punkte aufmerksam, die wir künftig verbessern -> versprochen!
Der Start ins Spiel verlief noch etwas harzig. Im ersten Satz lief nicht alles rund, und auch in den folgenden Durchgängen zeigte sich: Konstanz ist aktuell eher phasenweise vorhanden. Aber – und das ist entscheidend – etwas ganz Wichtiges war zurück:
die gute Stimmung, der Teamgeist, das gemeinsame Lachen und Kämpfen. Das war bereits in der Erwärmung spürbar. Jede Spielerin hatte sich nach der Teamsitzung am Donnerstag Gedanken gemacht – und jede trug ihren Teil dazu bei, dass wir als Team wieder näher zusammenrückten.
Am Ende durften wir uns über einen verdienten 3:0-Sieg freuen – ein kleines, aber umso wertvolleres Weihnachtsgeschenk an uns selbst. Besonders der dritte Satz hatte es mit 27:25 noch einmal richtig in sich.
Besonders hervorzuheben sind an diesem Abend mehrere individuelle Leistungen: Lilla überzeugte mit sehr klugen und wirkungsvollen Serviceserien und setzte die Gegnerinnen damit immer wieder unter Druck. Jeanine sprang kurzfristig als Libera ein und erfüllte diese Rolle mit bemerkenswerter Ruhe, Präsenz und Übersicht. Bei Andrea war zwar noch zu spüren, dass ihr Rücken noch nicht vollständig fit ist, dennoch stellte sie sich in den Dienst des Teams und gab alles. Fabienne wiederum fand zu ihrem gewohnten Leistungsniveau zurück und durfte diesen gelungenen Auftritt gemeinsam mit ihren Eltern feiern, die das Team als Zuschauer:innen vor Ort unterstützten.
So war das Auswärtsspiel trotz Distanz auch akustisch immer wieder ein kleines Heimspiel – danke an alle mitgereisten Fans!
Zum Schluss überwogen vor allem Erleichterung, Freude und gemeinsames Gutzli-Futtern (wie man auf unserem Foto so schön sieht).
Wir wünschen allen schöne Weihnachten und etwas Durchatmen über die Festtage.
Es spielten:
Laura, Lea, Fabienne, Lilla, Sara, Andrea, Océane, Jeanine, Marianne
Sätze: 25:21, 25:18, 27:25