TV St. Johann, Basel
dr Verein im Quartier
, Christian Blättler

Worte zu Corona II - von Christian

Liebe Mitglieder des TV St. Johann

Ich hoffe, Ihr habt das Jahr gut begonnen und der Virus lässt Euch in Ruhe (abgesehen von den Einschränkungen…) Corona ist da. Ein gefährlicher Virus, der den ganzen Planeten beschäftigt. Der Angst macht. Der der Wirtschaft schadet. Alles um uns wankt und schwankt. Die Kinder sind Zuhause, stellen auch Fragen. Wir wollen unser Umfeld schützen, und uns selbst. Sehen leere Regale im Supermarkt, täglich neue beunruhigende Nachrichten. Wir können uns nicht mit Gedanken an den nächsten Urlaub positiv stimmen – denn keiner weiß ob und wann und wie der nächste Urlaub überhaupt stattfinden kann. Mir setzt das alles ganz schön zu, ehrlich gesagt.

So manch einer erkennt erst vorm leeren Supermarktregal, wie verdammt gut es uns eigentlich die ganze Zeit ging. Alles in Hülle und Fülle da, alles versorgt, alles sicher. Bei all dem Schrecken um Corona, wir sind hier in der Schweiz in einer guten Ausgangsposition. Ob wir nun genug Klopapier haben oder nicht. Anderen gehts wesentlich schlechter, sie müssen IMMER mit weniger auskommen, nicht nur zeitweise. Und die medizinische Versorgung, allein die Tatsache, DASS man versorgt wird und nicht zuerst zur Kasse gebeten wird, ist auch ein Privileg. Das führt dann unweigerlich zum nächsten Punkt:

Wertschätzung

Jetzt wo es echt mies wird oder ist, merken wir erst mal, welche Berufe wir wirklich dringend brauchen. Welche Berufe unsere Infrastruktur aufrechterhalten, welche uns schützen, uns pflegen, uns heilen, aber auch uns versorgen. Tja, die gut bezahlten Manager braucht man grade schon mal nicht so dringend. Ich hoffe, diese Wertschätzung, dieser zurecht gerückte Blickwinkel auf so viele Berufe bleibt auch nach Corona noch bestehen. Und sorgt dafür, dass sich hier einige Umstände zum besseren ändern werde, sei es Arbeitszeiten, Personalstärke oder Bezahlung. Hier machen grad viele Leute einen verdammt guten Job.

Digitalisierung

So viele Sachen gehen auf digitale Art und Weise. Arbeiten von Zuhause. Meetings werden online abgehalten. Man kann gemeinsam an geteilten Dokumenten arbeiten. Man kann Sportkurse mit Videos machen. Man kann Konzerten per Videostream beiwohnen, statt vor Ort zu sein. Sogar Schule geht bis zu einem gewissen Grad ohne Anwesenheitspflicht und mit neuen Medien! Diese ganze Phase grade ist doch ein richtiger Testlauf für die Digitalisierung. Hinterher wird man sehen, welche Aspekte es lohnt beizubehalten, auszubauen oder man wird vielleicht an ein paar Stellen erkennen, wo das “alte Modell” doch besser war. Lernen durch ausprobieren. Jetzt werden wir alle dazu gezwungen.

Zusammenhalt

Ich finde, trotz aller Isolation und Abschottung findet grade eine Art Zusammenhalt statt. Wir video-telefonieren viel mit Familie und Freunden. Alle sind unsicher und ein bisschen sprachlos, aber man hält zusammen. Wir gehen füreinander einkaufen, hole Materialien aus der Schule ab und bringt sie für die andern mit. Wir tauschen Ideen aus, wie man die Zeit überstehen kann, sei es mit Spielideen oder praktischen Tipps zum Home-Office. Gefühlt sind die Menschen grade weniger damit beschäftigt, sich gegenseitig zu bekämpfen. Ich hoffe diese Art des Zusammenhalts und der Menschlichkeit bleibt auch nach der Krise bestehen.    

Nach wie vor sind für uns keine Trainings und keine Meisterschaft möglich. Die Hallen sind für unsere Erwachsenen Sportler und Sportlerinnen geschlossen und für unsere JuniorInnen wären sportliche Aktivitäten in der Halle mit strengen Auflagen möglich. Unsere TrainerInnen haben aber vorerst beschlossen, dieses Angebot nicht zu nutzen. Selbstverständlich sind auch alle geselligen Anlässe zurzeit verboten und somit ist unser Vereinsleben inexistent.

In diesen Situationen hilft ein lieber persönlicher Gruß an Freunde, Angehörige und Bekannte. Die digitale Kommunikation ist in diesem Zusammenhang ein großes Glück. Video-Botschaften, eine Sprachnachricht oder Textnachricht versenden, geht schnell und einfach. Über einen Telefonanruf freuen sich viele. Rufen Sie doch auch mal wieder Freunde, alte Bekannte, den Großvater oder den Nachbarn an!

Wir hoffen, dass im Frühling weitere Lockerungen möglich sind und wir uns in der Halle, auf den Sportplätzen oder im Biergarten sehen können. In diesem Sinn hoffe ich gemäss einem berühmten Vorstandskollegen, dass Corona bald wieder nur eine Biermarke ist und wir uns gesund wiedersehen können

Bleibt gesund, Christian